Das Projekt: Rendezfood

„Rendezfood“ heißt das gemeinsame Forschungsprojekt der Universität Siegen, der Vorländer Mediengruppe und der Software-Schmiede „netzfactor“ aus Bochum. Gemeinsam erforschen die Projektbeteiligten die Konzeptionierung einer App, die Nahrungsmittel personalisiert, ihnen Charakterzüge verleiht und den Gast damit emotional an das Produkt bindet. Gäste können sich mit Gerichten unterhalten und sie so kennenlernen. Gerichte werden eifersüchtig, wenn das letzte Date schon eine Weile her ist. Die Möglichkeiten, Nahrungsmittel zu „vermenschlichen“, sind schier endlos – vom sportlichen Salat, über den trägen Burger bis hin zum entspannten Espresso. Zusammen mit interessierten Partnern möchte das Trio die App mit und für lokale Gastronomen und Einzelhändler entwickeln.

„Rendezfood“ vereint soziale, ortsbasierte und spielerische Ansätze mit dem Phänomen des „Foodporn“ und der gelernten Nutzung sozialer Medien. Die Zeiten, als gekochte oder gekaufte Speisen einfach nur gegessen wurden, sind vorbei. Heute wird zuerst nach dem Essen online recherchiert, nach Bestellung von ihm Fotos gemacht, auf verschiedenen Plattformen mit Freunden geteilt oder es wird das Essen des anderen geliked. Das Projekt macht sich solche Verhaltensweisen unter Hinzunahme von neuen Technologien wie Augmented Reality und Chatbots für innovative Werbekonzepte zunutze.

Der Forschungsansatz sieht vor, eine einfache und effektive Digitalisierung von Produkten und Angeboten zu ermöglichen sowie Gerichten individuelle Charakterzüge zu verleihen. Eine dynamische Anpassung an Angebot und Nachfrage soll Gastronomen und Einzelhändlern ermöglichen, schnell auf sich ändernde Umstände wie z. B. das Wetter zu reagieren.

„Rendezfood“ – Einsatz von sozialen, ortsbasierten und spielerischen Ansätzen für regionale Werbekonzepte im Verlagswesen“ wird von der Europäischen Union und vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert und ist ein ausgewähltes Projekt des Landes NRW im Rahmen des Leitmarktwettbewerbs „CreateMedia.NRW“. Es wird unterstützt von der Siegener Industrie- und Handelskammer sowie dem Zentrum für die Digitalisierung der Wirtschaft (ZDW) und dem Kreis Siegen-Wittgenstein. Das Projekt läuft bis zum 31. März 2022.